Immer mehr Deutsche arbeiten im Büro und bewegen sich in ihrer Freizeit zu wenig. Bei einigen Menschen führt das schon im mittleren Alter zu irreparablen Rückenleiden. Hier will der Bundestag nun Abhilfe schaffen.

Autofahrer kennen das Prozedere aus dem Jahr 2009: Alte Gebrauchtwagen werden verkauft (und später zum Teil verschrottet), man erhält eine staatliche Prämie und kann sich dann ein neues Auto kaufen. Der Bürger profitiert, die Wirtschaft floriert.

Ähnliches hat der Bundestag nun für Büroangestellte beschlossen, die es im Kreuz haben. Wer mindestens 5 Jahre ohne Unterbrechung im Büro gearbeitet hat und ein Attest von seinem Orthopäden vorlegen kann, hat künftig Anspruch auf die Abwrackprämie II.

Den leidgeplagten Schreibtischtätern ergeben sich hier vielfältige Möglichkeiten: Das alte Hüftgelenk abgeben und der Staat beteiligt sich mit 60 Prozent am künstlichen Hüftgelenk. Beine mit defekten Knien abgeben und der Staat zahlt sogar 80 Prozent der neuen Prothesen. Den Clou gibt es aber für Opfer von Schleimbeutelentzündungen. Die alten Schleimbeutel werden kostenlos entfernt und mit einem Gegengewicht an Gold aufgewogen.

Der Bundestag reagiert damit auf den ausbleibenden Erfolg von Anreizprogrammen zu Bewegungskonzepten und die Tatsache, dass weitere Patienten beim aktuellen Pflegenotstand gar nicht mehr betreut werden können. Somit handelt der Staat nun ebenso wie der Bürger in vielen Bereichen: Neukauf statt aufwändiger Reparatur.

Wie danielsstachel erfahren hat sollen besonders leidgeplagte Menschen aber nicht verschrottet werden.

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