In Baden-Württemberg ist ein Patient bei einer Not-OP ums Leben gekommen. Die Ursache sehen Experten im Verhalten der Eltern des Chefarztes.

Dabei hatte der Patient zu Beginn Glück im Unglück. Als er nach einem schweren Verkehrsunfall in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, war zufälligerweise der Chefarzt noch im Hause. Dieser hatte eigentlich schon Feierabend, war aber wegen einer vertraulichen Besprechung mit Schwester Monique noch vor Ort.

Der Chefarzt erklärte sich bereit die OP durchzuführen und begann seine Arbeit. Schwierigkeiten waren keine zu erkennen, so dass eigentlich alles hätte gut gehen können. Doch dann schlug das Schicksal erbarmungslos zu: Die Eltern des Chefarztes riefen in der Klinik an und beharrten darauf, mit ihrem Sohn zu sprechen.

Der Sprössling ließ seinen Eltern mit dem Verweis auf eine Notsituation zunächst ausrichten, das Gespräch auf später verschieben zu müssen. Doch die Eltern ließen sich nicht abwimmeln und erreichten schließlich, dass der Chefarzt die Not-OP verlassen und das Telefonat annehmen musste. Erklärungen konnte er erst mal keine anbringen, da seine Eltern direkt loslederten:

Was bist Du nur für ein undankbares Kind. Deine Mutter hat Dich unter schwersten Schmerzen nach einer langen, harten Schwangerschaft zur Welt gebracht, wir haben Dich dann mit so viel Liebe groß gezogen, beide gearbeitet um Dein Studium finanzieren zu können. Und was machst Du? Meldest Dich niemals bei uns – nein zwei Anrufe pro Woche sind viel zu wenig – und bist dann nicht mal für uns erreichbar. Nein, wir können keine Rücksicht auf Deine Belange nehmen, wir erwarten, dass Du rund um die Uhr verfügbar bist und alles für uns stehen und liegen lässt, egal was es ist.

Als der Chefarzt das Gespräch dann hinter sich gebracht hatte, war es für das arme Unfallopfer bereits zu spät. Die anderen Ärzte waren für diese spezielle Form von Not-OP leider nicht gut genug ausgebildet und hatten den Patienten nicht retten können. Er verstarb noch im OP.

Das Krankenhaus hat nun reagiert und den Bruder des Chefarztes eingestellt. Künftig sollen beide nur noch gemeinsam operieren, damit bei Anrufen der Eltern zumindest ein Arzt immer anwesend sein kann.

Bild: frank23