Forscher der Universität Wien wollen es herausgefunden haben: Sport senkt das Sterberisiko. Doch was bedeutet das konkret?

Wikipedia verrät uns, dass Risiko als „das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit  … und Schadensausmaß“ angesehen wird. Klingt erst mal logisch. Das Schadensausmaß kann in diesem Fall vernachlässigt werden, denn wer tot ist, ist tot. Da gibt es dann auch nichts mehr zu messen.

Folglich kann nur die Eintrittswahrscheinlichkeit eine Rolle spielen. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass Wahrscheinlichkeit nicht sagt, wann etwas passiert, sondern wie groß die Möglichkeit ist, dass es überhaupt passiert. Denn wenn ich sage, es ist wahrscheinlich, dass ich im Lotto gewinne, sagt das nicht wann ich im Lotto gewinne, sondern dass ich im Lotto gewinnen könnte. Und ich sage damit nicht, dass ich sicher im Lotto gewinnen werde, sondern dass es auch sein kann, dass ich gar nicht im Lotto gewinne.

Die Wissenschaftler sagen also nicht, dass Sporttreibende später sterben. Hierbei wäre die Eintrittswahrscheinlichkeit, und folglich auch das Sterberisiko, nach wie vor gleich hoch wie bei Nicht-Sporttreibenden. Die Forscher sagen also konkret: Mit Sport kann man das Sterben vermeiden!

Doch wie soll das funktionieren? Ganz einfach: Wenn bisher kinderlose Paare ausnahmslos jedes Mal Sport treiben, wenn sie stattdessen lieber miteinander schlafen möchten, dann sinkt die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Sterbefalls für ihre nicht-adoptierten Kinder auf 0 Prozent. Allerdings würde selbst ein einmaliges Abweichen von dieser Regel die Eintrittswahrscheinlichkeit des Sterbefalls bereits drastisch erhöhen, so die Wissenschaftler weiter.

Wer nun befürchtet der eigenen Kinder zuliebe völlig enthaltsam leben zu müssen, kann beruhigt werden. Die Forschergruppe konnte nicht nachweisen, dass Sex das Sterberisiko erhöht.

Bild: ronymichaud