Holger Z. ist schockiert. Dabei wollte er sich nur für die bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg vorbereiten. Er bediente den Wahlomat, um einen Vorschlag für seine  Stimmenabgabe zu erhalten. Das Ergebnis: Er soll die AfD wählen.

Damit war nicht zu rechnen. Holger Z. hatte mit einer der Volksparteien als Wahlempfehlung gerechnet, schließlich steht er ja auch ständig bei Demonstrationen auf der Straße und ruft „Wir sind das Volk!“ Unser Wahlomat-Opfer kann gar nicht verstehen, wieso diese Tatsache gar nicht berücksichtigt wurde.

Auch kann er sich gar nicht erklären, wieso ausgerechnet eine von ihm als rechtsextrem eingeschätzte Partei zu ihm passen soll. „Ich bin doch gar kein Nazi“, erklärt er fassungslos, „aber das interessiert wohl keinen. Bloß weil ich an Grenzen auch auf einreisewillige Flüchtlingsmütter schießen lassen würde, bin ich doch kein Nazi. An die ganzen Neger und Zigeuner in der Nachbarschaft habe ich mich doch inzwischen gewöhnt.”

Doch eine positive Sache hatte das ganze Theater am Ende, denn die Wahlentscheidung ist getroffen worden. Ein Freund, dem er den Vorfall geschildert hatte, hatte Holger Z. empfohlen die NPD zu wählen. Dort, so berichtet der Freund von Holger Z., setzte man sich dafür ein, dass Deutsche ihre Meinung sagen dürfen, ohne gleich deswegen verurteilt zu werden. Diese Partei ist also zu einer echten Alternative für Holger Z. geworden.

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