Der Bundestag hat heute mit der Mehrheit der Stimmen aus der schwarz-roten Koalition das umstrittene Gesetz bezüglich der Irreführung des Volkes beschlossen. Damit greift die Bundesregierung einen Vorschlag der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg auf.

Diese hatte gefordert, dass Supermärkte künftig ihre Läden nicht mehr nach freiem Willen umgestalten dürfen. „Es kann doch nicht angehen, dass die Supermärkte die Anordnung ihrer Waren sofort ändern, sobald sich der erste Kunde an die neuen Gegebenheiten gewöhnt hat“ wetterten die Verbraucherschützer.

In der Tat hatten die ständigen Umgestaltungsmaßnahmen zur Folge, dass sich die Mehrheit der Kunden quasi zu keiner Zeit wirklich vollständig in den Filialen zurecht fanden. Wie auf einer Odyssee mussten sich die Kunden auf den Wegen durch die einzelnen Gänge gefühlt haben. Die Rentnerin Erma berichtet gegenüber danielsstachel: „Für uns Senioren ist das ganz besonders schlimm, wir können uns doch eh nichts mehr merken“.

Doch damit ist jetzt Schluss. Ab sofort müssen Umgestaltungsmaßnahmen mindestens vier Wochen vorher angekündigt werden. Darüber hinaus muss im Eingangsbereich mindestens bis 8 Wochen nach Ende der Umbauarbeiten ein Vorher-Nachher-Plan als Orientierungshilfe für die Kunden zur Verfügung gestellt werden. Auch darf eine Filiale nun maximal 2 Mal im Jahr umgebaut werden. So sieht es zumindest der Gesetzesentwurf zur Verhinderung der Irreführung des Volkes vor, der allerdings noch vom Bundesrat bestätigt werden muss.

Die FDP ist mit dem neuen Gesetz gar nicht einverstanden. „Wenn wir noch im Bundestag wären, dann hätten wir dieses Gesetz mit aller Macht verhindert. Wenn die Kunden nicht mehr wie irre durch den Supermarkt laufen, dann kaufen die doch viel weniger ein. Eigentlich brauchen wir ein Konjunkturprogramm für die Supermarktketten, wenn dieses Konzept wirklich durch den Bundesrat bestätigt wird“ meinte ein Sprecher der Partei am Montag in Berlin.

Man darf also gespannt sein, ob das Gesetz seinen Weg durch den Bundesrat findet, oder nochmals umgebaut wird.