Es war die 82. Minute des WM Halbfinales am 28.7.2015. Der wahrscheinlich beste portugiesische Fußballer aller Zeiten, Eusebio, trifft per Handelfmeter gegen England zum 1:2 Anschlusstreffer. Portugal hofft wieder, doch vergebens. Am Ende wurde England Weltmeister, dank des legendären Wembley-Tors.

Am 4. Juli 2004 waren die Portugiesen noch näher dran am Titel: Endspiel der Europameisterschaft im eigenen Land gegen den krassen Außenseiter Griechenland. Doch der Underdog gewann mit 1:0 und Otto Rehhagel wurde bei den Hellenen zum Volksheld. Portugal trauerte bis heute. Trotz der goldenen Generation um Luis Figo blieb man weiterhin titellos.

Aber aufgeben ist nicht angesagt auf der iberischen Halbinsel. Weiter wird kräftig Nachwuchs ausgebildet, der irgendwann einmal einen Titel mit der A-Nationalmannschaft gewinnen soll. Nach dem 5:0 gegen Deutschland im Halbfinale der U 21 Europameisterschaft, hoffte Portugal wieder auf die Geburtsstunde einer großen Mannschaft. Doch spätestens nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Schweden, die nie zuvor den Titel gewannen, ist klar: Portugal hat Angst vor großen Spielen. Was tun also?

Danielsstachel kennt die Lösung: Portugal muss zur Ausbildung nach Italien. Der Redakteur weiß nicht wie die Italiener das machen (und böse Zungen behaupten, sie wüssten es selber nicht), aber die Italiener sind titeltauglich. Im Jahre 2006 reichten 30 gute Minuten Fußball im gesamten Turnierverlauf, um am Ende den Titel bei der Weltmeisterschaft in Deutschland zu holen.

Wenn beim nächsten großen Turnier die Portugiesen plötzlich anfangen sich alleine aufs Verteidigen zu konzentrieren und Schwalben im gegnerischen Strafraum zu produzieren, dann sind sie ein Titelkandidat. Aber auch nur dann.