Nun also doch: Der Präsident des Weltfußballverband tritt zurück. Der öffentliche Druck ist zu groß geworden, Unschuldsvermutung hin, demokratische Wahl her. Damit verliert der populärste Sport der Welt einen großen Kopf, einen Sympathieträger.

Der Ritter der französischen Ehrenlegion, Ehrenbürger von Texas, Inhaber des Ordens der afrikanischen Befreiung und Fischhof-Preisträger der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (danke Wikipedia) muss gehen, weil es die Öffentlichkeit so will. Ähnlich wie bei Bushido, der einen Bambi als Vorbild für Integration erhalten hatte, sind alle Anerkennungen in Zeiten des Shitstorms nutzlos.

Was bleiben wird, ist die Erinnerung an einen ehrgeizigen Global Player. Seiner Ansicht nach sollte Fußball die ganze Welt erobern. Deswegen sollte die WM auch in Katar stattfinden, koste es was es wolle. Auch politische Differenzen sollten dem Völkersport Fußball nicht mehr im Weg stehen. Als Zeichen dafür ging die WM nach Russland. Um klimatisierte Stadien, Rechte für Homosexuelle und den Frieden in der Ukraine hätte man sich ja später immer noch kümmern können.

Auch die wirtschaftlichen Fähigkeiten des diplomierten Volkswirt werden stets legendär bleiben. Wie alle Schweizer wusste er Vermögen zu mehren, wo immer es auch hergekommen sein mag. Die FIFA wurde reicher und reicher, was ihm die Anerkennung prominenter Fußballgrößen wie Ottmar Hitzfeld einbrachte. Dafür verlangte er niemals viel Geld, eine kleine Aufwandsentschädigung von einer Millionen US-Dollar reichte ihm völlig aus.

Es bleibt zu hoffen, dass diesem herausragenden Strategen die Ehre zuteil wird, die ihm nach 40 Jahren in der FIFA auch gebührt. Vielleicht wird er ja, nachdem sich der ganze Rummel gelegt hat, zum Ehrenpräsidenten ernannt. Verdient hätte er es, denn auch seine heutige Entscheidung hat nur einen Zweck: Schaden von seinem Lebenswerk zu nehmen. Ein Ehrenmann.