Helmut Schmidt schreibt ein Buch. Das alleine ist nichts aufregendes. Es trägt den Titel „Was ich noch sagen wollte“. Auch nicht aufregend. Ein Kapitel benennt er nach seiner verstorbenen Frau Loki. Ach ja? Gähn…

Doch dann der Hammer! Der Altkanzler hat seine langjährige Ehefrau betrogen, sogar die Scheidung hatte Loki ihm angeboten. Das ganze soll Ende der Sechziger oder Anfang der Siebziger Jahre gewesen sein. Das überrascht dann doch, bisher durfte die Schmidt´sche Zweisamkeit als Traumehe angesehen werden. Das wirft natürlich die Frage auf, wieso Schmidt ausgerechnet jetzt mit der Sprache herausrückt? Möchte er sich nochmal alles von der Seele reden? Hat er Angst, etwas „mit hinüber zu nehmen“?

Klar ist aber: Das wäre gar nicht notwendig gewesen! Schließlich gibt es für Vergehen aller Art eine Verjährungsfrist. Im zwischenmenschlichen Bereich verjährt sowieso alles nach 30 Jahren und auch für den Himmel hätte HS ausgesorgt. Mit der Abschaffung des Ablasshandels hatte die katholische Kirche die Verjährungsfrist von 25 Jahren für Vergehen aller Arten eingeführt. Der Grund war damals ein nicht zu bewältigender Ansturm von Senioren auf die Beichtstühle.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser fatale Irrtum herumspricht. Schließlich dürften sich dann Sexbeichten betuchter Altherren ein für alle Mal erledigt haben. Es steht allerdings zu befürchten, dass wir dann künftig Autobiografien mit dem Titel „Was ich noch sagen muss“ zu lesen bekommen.