Ein kurzer Aufschrei in den Feuilletons, ein paar hitzige Diskussionen, mehr war nicht zu vernehmen, als der fränkische Geheimagent, Journalist und Buchautor Timur Vermes 2012 seinen Enthüllungsroman „Er ist wieder da“ auf den Markt brachte. Zwar stieg der Roman auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste und wurde auch auf der legendären Frankfurter Buchmesse siedend heiß diskutiert, doch schon bald wurden erste Zweifel am Wahrheitsgehalt laut. Spätestens als dann Christoph Maria Herbst für die Erstellung eines Hörbuchs herangezogen wurde, war jedes Bemühen um eine ernsthafte Diskussion  im Keim erstickt. Das ehrgeizige Debüt des Nürnbergers wanderte in die „Satire“ Schublade und das Thema verschwand fortan in der Versenkung.

Dabei ist alles wahr, wie danielsstachel bedauerlicherweise erfahren musste. Der Führer ist wieder da und schmiedet mit perfider Genialität wieder Pläne für „sein“ Deutsches Reich. Sein größtes Ziel: Die Ausdehnung! Nachdem im zweiten Weltkrieg die Erweiterung des Lebensraums in den Osten auf der ganzen Linie gescheitert ist, versucht AH nun klüger vorzugehen. Als erstes wurden drei große Schwachpunkte der damaligen Operation identifiziert:

  • In Russland ist es einfach viel zu kalt
  • Der Russe ist militärisch viel zu stark
  • Der Deutsche mochte den Russen nicht

Doch nun ist alles anders, gleich ein ganzer Kontinent ist in den Fokus unseres Rückkehrers gerückt: Australien! Die Wahl ist auf den ersten Blick ideal und hält auch einer weiteren kritischen Analyse stand. Längst bekannt ist, dass es in Down Under viel wärmer als in Asien ist, ein russischer Winter müsste bei keinem Feldzug ernsthaft einkalkuliert werden. Auch die militärische Stärke dürfte in diesem Fall kaum ein größeres Problem darstellen.

Im wiederbelebten Führungsbunker wird derzeit nur die etwas eingeschränkte Sympathie der Deutschen gegenüber den Australiern etwas kritisch beäugt, aber auch dieses Problem wird man durch einen geschickten Schachzug in den Griff bekommen. Wie kürzlich bekannt wurde, darf Australien am nächsten Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Praktischerweise ist dieser in diesem Jahr in Österreich, das ja auch recht bald wieder heim ins Reich geholt werden soll. Somit kann Australien hier nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich symphytisch dargestellt und somit zum idealen Übernahmekandidat geformt werden.

Auch die Propagandamaschinerie läuft bereits wieder auf Hochtouren: Die Teilnahme Australiens am ESC wird der Öffentlichkeit sehr geschickt als „besondere Einladung an einen besonderen Gast anlässlich des 60. Geburtstags des ESC“ vorgestellt. Wir dürfen also besorgt sein, wohin das noch führen soll.