Schnelles Reagieren ist der Bürger von seiner Regierung nicht gewöhnt. In manchen Fällen ist das gut nachzuvollziehen. Bei vielen Gesetzen muss sichergestellt werden, dass alle Seiten- und Nebeneffekte kontrolliert werden. In der heutigen Zeit gibt es so viele gut geschulte Rechtsanwälte, dass ein halb ausgegorenes Gesetz sofort wie ein Bumerang zurück nach Berlin geschleudert werden würde. Auch bei Änderungen im Steuerbereich muss sichergestellt werden, dass die Finanzen von Bund, Ländern und Kommunen gleichermaßen berücksichtigt werden. Trotzdem regt sich in der Bevölkerung öfters Unmut über die teilweise unverständlich langen Entscheidungs- und Kommunikationswege der Regierungsparteien.

Umso überraschender darf man nun zur Kenntnis nehmen, dass bereits einen Tag nach Erscheinen eines Kommentars bei Spiegel Online die Bundesregierung mit einem konkreten Vorschlag aufwartet. Der Spiegel hatte völlig zurecht beklagt, dass in keinem der Dax-Unternehmen ein Schwuler im Vorstand sitzt. Die homosexuelle Bevölkerungsgruppe ist im Top-Management bedauerlicherweise völlig unterrepräsentiert, wie jetzt auch von der GroKo moniert wurde.

„Wir fordern eine Schwulenquote für die Vorstandsreihen der Dax-Unternehmen. Jedes zehnte Vorstandsmitglied sollte homosexuell sein, wie es auch im Bundesdurchschnitt der Fall ist“ äußerte sich Regierungssprecher Sergey Schwuggele heute morgen in Berlin. Leider machte der Sprecher keine Angaben, ob und wann diese Schwulenquote im bundesdeutschen Recht verankert werden soll.

Eines ist jedenfalls klar: Sollte das Gesetz kommen, würden sich für viele Schwule völlig neue Karrieremöglichkeiten öffnen. Ab jetzt könnten sie quasi über das Hintertürchen in den Vorstand der großen Unternehmen kommen. Sicher ist nicht zu erwarten, dass in den betroffenen Unternehmen die heterosexuellen Vorstandsgenossen aufrecht hinter ihren neuen Kollegen stehen, aber der Regierungssprecher Sergey Schwuggele ist sicher: „Das geht den Betroffenen bestimmt am Arsch vorbei!“