Der weiße Rauch war noch nicht ganz verschwunden, da war Papst Franziskus bereits zum Heilsbringer der Katholiken aufgestiegen. Seine unkomplizierte Art und sein Hang zu Armut, Demut und Einfachheit kamen bei den Gläubigen sofort gut an. Auch scheute sich der Argentinier nicht, die heißen Eisen anzupacken. Die bisher korrupte Vatikanbank wird aufgeräumt, Protzbischof Tebartz van Elst wurde ins Exil verbannt und wird anscheinend auch nicht mehr zurückgeholt.

In letzter Zeit stoßen den Gläubigen aber des öfteren Aussagen des neuen Papstes sauer auf. Erst meinte er, dass Katholiken sich nicht „wie Karnickel vermehren“ müssten. Und nun legt Franziskus nach und meint, dass man Kinder mit Sicherheit nicht ins Gesicht schlagen darf, dass aber ein Klaps auf den Po durchaus angebracht sei. Schließlich verletzte dies nicht die Würde des Kindes.

Der Aufschrei war in beiden Fällen deutlich zu vernehmen, aber leider auch nur, weil sich in unserer schnelllebigen Zeit niemand mehr mit den Hintergründen so mancher Aussagen auseinander setzt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wollte den Gläubigen nur sehr lange den Spaß am Sex erhalten, als er den Vergleicht mit den Karnickeln ins Gespräch brachte. Denn Karnickel bekommen ihre Kinder ja immer in sehr kurzen Abständen, müssen sie ja nicht darauf achten, nur aus Gründen der Fortpflanzung sexuell aktiv zu werden. Wenn die Katholiken ihre Kinder auf verschiedene Jahre und Lebensphasen verteilen, dürfen sie eben auch über einen längeren Zeitpunkt immer wieder Sex mit dem Ziel der Fortpflanzung haben. Denn wie schwer eine längere Zeit ohne Sex auf das Gemüt wirkt, weiß er nur zu gut. Schließlich ist ja gerade er schon seit längerer Zeit den Zwängen des Zölibats unterworfen.

Auch die Empfehlungen der Kindererziehung müssen im richtigen Kontext verstanden werden. Katholiken dürfen natürlich nicht ins Gesicht geschlagen werden. Zu groß ist die Gefahr, dass der Schlagende beim Ausholen abrutscht und dem vermeintlichen Opfer einen Schlag auf den Hinterkopf versetzt. Dieser würde dann das Denkvermögen des Opfers anregen, das ist doch landläufig bekannt. Und denkende Gläubige konnte die katholische Kirche noch nie gebrauchen, dies ist historisch belegt.

Ebenso ist aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit Ministranten bekannt, dass die Priester der katholischen Kirche gewisse Malträtierungen von Kinderpopos durchaus nicht als entwürdigend ansehen. Eine Praxis, die der Papst offensichtlich nicht oder noch nicht brechen möchte.

Also Ihr Katholiken, denkt nach bevor Ihr Euren Papst kritisiert!