Alle Jahre wieder. So fängt nicht nur ein Weihnachtslied an, sondern auch das alljährliche Wehklagen der deutschen Skisprungfans über das Abschneiden ihrer Landsleute bei der Vierschanzentournee.

Geklagt wird über ein seit der Saison 2002/03 wiederkehrendes Muster. Die gut in die Saison gestarteten deutschen Adler sehen sich in einer aussichtsreichen Position für den Gesamtsieg in der Tournee. Doch sobald der Wettbewerb beginnt, sind die Deutschen wie ausgewechselt und fliegen vergeblich ihrer Form hinterher. In diesem Jahr gilt das insbesondere für Richard Freitag, der als Weltcupführender bei den ersten beiden Springen in Deutschland bereits von einem polnischen Kollegen ausgestochen wurde (Anmerkung der Redaktion: Achtung Namenswitz) und seit seinem Sturz im ersten Durchgang in Innsbruck keine Chancen mehr auf den Gesamtsieg hat. Same procedure as every year.

Doch für die deutschen Schlachtenbummler gibt es Hoffnung. Denn die Veranstalter werden den Modus für die Vierschanzentournee im kommenden Winter ändern. Die Springen werden dann als Teamwettbewerb veranstaltet. Der beste Springer der erstplatzierten Nation wird nach dem vierten Springen dann automatisch zum Einzelsieger des Wettbewerbs erklärt. Das dürfte den deutschen Springern entgegen kommen, die, wenn es um wichtige Titel geht, fast schon traditionell ihre besten Leistungen in den Teamwettbewerben abrufen.

Es kann also gut sein, dass sich die Fans aus der Bundesrepublik nun künftig erstmals darüber freuen, wenn die Fernsehkommentatoren von einem „starken deutschen Mannschaftsergebnis“ sprechen. Und mit ein bisschen Phantasie kann man erahnen, dass sich die Kommentare der Anhänger dann eher nach anderen Weihnachtsliedern wie „Menschen, die ihr wart verloren“ oder „Alle Welt springe und lobsinge“ anhören.

Bild: strecosa