Holger Z. ist erleichtert. Endlich ist klar, wieso er den Newsletter über Neuerungen im Bereich der Damenhygiene in schöner Regelmäßigkeit erhält. Er hatte gegen die Firma geklagt, die ihm angeblich ohne seinen Auftrag die Emails zukommen lässt. Doch ein findiger Anwalt der Firma fand heraus: Holger Z. hat den Newsletter sehr wohl rechtswirksam abonniert.

Das kam so. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft hatte Holger Z. eine Drogerie betreten, um sich eine Faltencreme für Herren zu kaufen. Dort wurde er von einer äußerst attraktiven, blutjungen Promoterin angesprochen, ob er sich denn vorstellen könnte, für sie Damenbinden zu kaufen, wenn sie seine Partnerin wäre. Holger Z. bejahte und bestellte damit den Newsletter.

Denn wie in den AGB der Firma, welche am Stand der Promoterin unter einem Stapel von 150 Werbebroschüren ausgestellt wurden, kleingedruckt zu lesen war, gilt ein Newsletter als bestellt wenn der Kunde zu einem Thema Interesse zeigt. Durch das Bejahen der Frage der Promoterin hatte Holger Z. Interesse an Damenhygiene gezeigt. Die Firma begann deswegen Nachforschungen anzustellen.

Da Herr Z. beim Bezahlen seiner Faltencreme eine Bonuskarte vorgezeigt hatte, durfte die Drogerie die Email-Adresse an die Firma der Promoterin weiterleiten. Das steht zwar nicht in den AGB des Bonusprogramms, aber sehr wohl in den AGB der Drogerie. Diese waren in der Hauptfiliale der Drogerie ausgelegt, welche sich nur 17 Kilometer von der Drogerie befindet, in der Herr Z. einkaufte.

Somit ist also geklärt, wieso der Newsletter zugestellt wird. Herr Z. wollte den Newsletter sofort kündigen, aber so einfach geht das nicht. Nur wenn er diesen Wunsch dreimal im Abstand von sechs Monaten äußert, entscheidet die Firma mittels Los darüber, ob der Newsletter-Versand eingestellt werden kann. Die Redaktion von danielsstachel wünscht Holger Z. viel Glück im Losverfahren.

Abschließend soll noch erwähnt werden, dass die Beiträge von danielsstachel auch als Newsletter empfangen werden können. Lassen Sie doch einfach Ihre Email-Adresse da, den Rest übernehmen wir.

Bild: geralt