Nachdem ich im August den New Yorkern die Bewährungsstrafe erklären musste, ist nun (für ganz Amerika) die Haftstrafe dran.

Manche Verbrecher werden in den USA so lange ins Gefängnis geschickt, dass sie dort auch sterben werden. Das nennt sich lebenslang. Zum Beispiel ein Kinderschänder in Michigan, der ein 18 Monate altes Mädchen missbrauchte, anschließend auf sie urinierte und das ganze auch noch filmte. Oder ein 43-jähriger Mann in Texas, der drei minderjährige Mädchen zwei Jahre lang sexuell missbrauchte. Zwischenfazit: Ihr macht das ganz toll.

Die Strafen sind trotzdem überdimensioniert. Auch wenn sich der Amerikaner gemeinhin für unsterblich hält sind 200 und 4060 Jahre Haft dann doch etwas arg optimistisch hinsichtlich der Lebenserwartung. Grundsätzlich wäre das ja noch kein Problem, wenn es nicht auch ein Gegenmodell dazu gäbe.

Für eine Vergewaltigung hinter einer Mülltonne bekam ein Student der Standford University statt der von der Staatsanwalt geforderten 6 Jahren nur 6 Monate Haft. Andere Täter müssen sogar überhaupt nicht ins Gefängnis. Liebe Amerikaner, so geht das nicht. Das sind ja fast schon deutsche Verhältnisse. Wenn man bei uns eine 14-jährige betrunken macht, vergewaltigt, das ganze filmt und das Mädchen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mitten in der Nacht in einem Hinterhof ablegt, dann gibt das nur eine Bewährungsstrafe. Günstige Sozialprognose nennen wir das.

Aber ich schweife ab. Warum führt ihr in den USA nicht einfach eine Durchschnittsstrafe ein? Alle Kinderschänder kommen für 80 Jahre in den Knast, auch die schwerwiegenden Fälle. Dann bleibt noch genug Strafe für Vergewaltiger und andere Schwerverbrecher übrig. Klingt logisch, oder?

Allerdings müsst ihr dann auch die Regeln für die Bewährung beachten, die ich im August aufgestellt habe. Sonst wird das nichts mit lebenslang.

Bild: Babawawa