Angela Merkel wurde 2005 zur Bundeskanzlerin gewählt. Sie weiß bis heute nicht warum. Sie wurde 2009 wiedergewählt. Das konnte sie sich auch nicht erklären. Als sie dann 2013 zum 3. Mal zur Kanzlerin gewählt wurde, dämmerte es ihr: Irgendwas müssen die Menschen an mir mögen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich immer als Mutter der Nation bezeichnet werde, muss sie sich wohl gedacht haben. Um ihre Wiederwahl im Jahre 2017 zu sichern, hat sie in den vergangenen Monaten Imagepflege betrieben. Sie wurde nicht nur die Mutter der Nation, sondern gar der ganzen Welt. Geltendes EU-Recht, Grenzen, beschränkte Aufnahmekapazität für Flüchtlinge: Egal, Mutti ist für alle da.

Während das Volk ihr zunächst mit Refugees Welcome Schildchen Aufwind zufächerte, gab es bereits früh aus dem politischen Lager Kritik. Inzwischen schwenkt auch des Volkes Willen um: Immer offener und öfter wird gar ein Ende der Kanzlerin Merkel gefordert. Hilfe, was ist denn nun los, fragt sich Angie seither sicherlich am laufenden Band.

Ganz einfach: Das Volk möchte eine Mutter der Nation, keine Übermutter. Eine Mutter, die alles so belassen will, wie es die Kinder kennen, anstatt mit Reformen oder dergleichen anzukommen. Eine Mutter, die den Atomausstieg realisiert, weil halt gerade irgendwo mal was schief gegangen ist, obwohl sie ihn ursprünglich ja zumindest mal herausgezögert hatte. Und eine Mutter, die sich um die Flüchtlinge kümmert, damit das Image der Nation im Ausland etwas aufpoliert wird.

Aber bitte doch keine Übermutter, die so viele fremde Kinder ins Land lässt, dass uns die Spielplätze und Spielsachen streitig gemacht werden. Keine Mutter, die Tim Bendzko den Job abnehmen will. Nur mal kurz die Welt retten sollen bitteschön die Anderen.

Also dürfen wir mal gespannt sein, wann Angela Merkel umschwenkt. Evtl. sperrt sie ja bald die Grenzen und verteilt die ganzen Flüchtlinge nach Resteuropa und in die USA. Dann sichert ihr halt ihre Rolle als Vater Staat der Nation die 4. Amtsperiode. Man muss schon flexibel sein, um wiedergewählt zu werden.