Ein Priester hat sich in einem italienischen Fernsehinterview zum Thema Pädophilie geäußert. Verschiedenen Medienberichten zu Folge soll er den missbrauchten Kindern die Schuld an sexuellen Übergriffen durch Priester gegeben haben, weil diese sich die im Elternhaus fehlende Zuwendung anderweitig suchten.

Das Erzbistum Trient reagierte prompt, entzog die Priestererlaubnis und distanzierte sich in einer Erklärung von den Äußerungen. Danielsstachel meint: Dieses Verhalten sollte in der katholischen Kirche Schule machen. Deswegen folgt hier ein Musterschreiben für die Suspendierung von pädophilen Priestern, welches die katholische Kirche sehr gerne ungefragt verwenden darf:

Sehr geehrter Priester * Name *,

mit Bedauern haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass Sie ein Verständnis für pädophile Übergriffe haben/ pädophile Übergriffe vorgenommen haben (Bearbeitungshinweis für die Kirche: Unzutreffendes bitte streichen, ggf. Ergänzungen vornehmen).

Mutmaßlich haben Sie die gleiche Einstellung wie Gino Flaim (Anmerkung der Redaktion: Das ist der Priester aus dem oben erwähnten Fernsehinterview) und meinen, dass die Kinder fehlende Zuwendung kompensieren möchten.

Das ist ein fataler Irrtum der einem Mann in Ihrem Alter in diesem, unseren Umfeld durchaus einmal passieren kann, den wir aber gerne aufklären wollen. Das Problem ist nicht, dass die Kinder fehlende Zuwendung kompensieren wollen.

Das Problem ist, dass die Priester fehlende Zuwendung kompensieren wollen. Wenn Sie dazu mehr erfahren möchten gehen Sie bitte auf den Wikipedia-Artikel zum Thema „Zölibat“ oder fragen Sie einen evangelischen Amtskollegen.

Leider können wir Sie nicht weiter beschäftigen, da wir derzeit ein Imageproblem haben. Die ganzen Geschichten aus dem Mittelalter sind immer noch nicht ganz aus den Köpfen der Menschen, diese sind offensichtlich doch nachtragender als angenommen.

Bitte nehmen Sie deswegen von Ihrer Suspendierung Kenntnis. Wir würden uns freuen, Sie trotzdem als einfachen Gläubigen in einer unserer zahlreichen Gemeinden weiterhin in unserer Mitte haben zu dürfen und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen